Freitag, 6. Dezember 2013

every woman deserves to have a man ...


Warum Christian Sander falsch liegt?


Wenn jede Frau so einfach, nur mit ein paar Tipps und Tricks, jeden Mann verführen könnte, gäbe es viel weniger Singles. Deswegen meine Lieben heute zur Erinnerung:









Gute Nacht!



Dienstag, 3. Dezember 2013

Anziehung durch Unabhängigkeit?! Ein Märchen über unabhängige Frauen.

Auch wenn ich die letzten Beiträge etwas vom Thema abgekommen bin, kam ich nicht umhin, mich über die dauernd bei mir eintreffenden Christian Sander Mails zu amüsieren.
Höret, höret nun:

Mit dieser Eigenschaft werden Sie ihn verzaubern, Elli!

Diese weibliche Eigenschaft macht Männer süchtig Elli. 

Was Männer magisch anzieht.

Elli, er weiß nicht was er will?

Wenn Sie DAS tun, wird er sie für immer lieben.


Selbst der unaufmerksamsten Leserin muss auffallen, dass sich die Themen nicht nur ähneln, nein sie behandeln eigentlich immer das Gleiche, nur in verschiedenen Überschriften. 

Aber aufmerksame Leserinnen von Herrn Sander kennen das Geheimrezept: Frau soll unabhängiges Leben führen, eigenständig und selbstbewusst sein, nicht zu zickig und sich sexy fühlen blablabla ja wissen wir eh, machen wir jeden Tag und sind vielleicht trotzdem allein? Puh, woran könnte das nur liegen? Herr Sander hat auch hier Rat, denn dann sind wir Frauen nicht authentisch genug! Alles nur aufgesetzt! Nichts ist echt! Damn .. dann ist man ja ein Vollversager. 

Dazu kommt noch, dass man beim Lesen der Sander Mails meint, wir Frauen sind nur auf der Welt, um Männer das Leben möglichst schwer zu machen (gut, ich will dem jetzt mal nicht so sehr widersprechen ;) ), weil wir uns aufdrängen, wir machen uns zu viele Gedanken über sie. Das ist ein Fehler laut Christian Sander, ein Fehler, denn viele Männer wollen diese Aufmerksamkeit nicht, viele Männer wollen ja besagte selbstbewusste, eigenständige Frau bei der sie nicht Lebensmittelpunkt sind. 

Ich frage mich - stimmt das? Was denkt ihr? Bevor man gleich die Flinte ins Korn wirft, lohnt es sich, diese Unabhängigkeit näher zu betrachten.
Prinzipiell gebe ich Herrn Sander darin Recht, dass weibliches unabhängiges Denken und Leben Männer anzieht. Aber die Betonung liegt hier auf ANZIEHT, von Bindung ist das noch weit entfernt. Ich habe hier eher das Gefühl, dass gerade die Unabhängigkeit einer Frau den Jäger im Mann weckt und es dabei oft nur um das Erobern der Beute geht. Sicher sind Frauen emanzipiert genug, um sich freiwillig erlegen zu lassen, keine Frage! Aber was passiert danach? Mann zieht weiter (warum schreibt Herr Sander nicht mal über das?! Dieses Verhalten finde ich echt bedenklich und in keiner seiner E-Mails ist eine Erklärung dafür drinnen!) und Frau entwickelt diese doofen Bindungshormone nach dem Geschlechtsverkehr und kann zuerst mal gar nicht abziehen. Das ist biologisch ja gar nicht möglich, also macht frau sich Gedanken. Frustrierend in dem Beispiel ist, dass sich der Mann umgekehrt kaum Gedanken über die Frau machen wird, vor allem wenn der Sex mies war. (Ja meine Lieben, ich habe einige dieser Jäger in meinem Freundeskreis und ja, auch Frauen können beim Sex mies sein, nicht nur Männer :p )

Generell frage ich mich: Kann man wirklich von jemanden verlangen, gerade wenn ein erstes Interesse erwacht ist und schon Gefühle da sind, welcher Art auch immer, dass man sich keine Gedanken um den significant other macht??? Nein! Wie soll das funktionieren?

Es ist halt so, und ich denke ich kann dabei für viele Frauen sprechen, dass sich Frau halt gerne Gedanken über Männer macht! Sicher ist es frustrierend, weil wir oft nicht wissen, was Sache ist, warum ER das oder das macht und warum ER nicht anruft, warum ER jetzt das Interesse verloren hat und und und .. aber auf der anderen Seite ist es nicht auch herrlich, mit seinen FreundInnen über Männer zu reden? Bei einer Tasse Tee/Kaffee oder Wein? Sein Verhalten zu analysieren, vom Schlimmsten auszugehen und überzeugt sein, dass die wohl gemeinten, positiven Ratschläge der Freunde nichts mit der Realität gemeinsam haben? Die Realität für uns Frauen ist ein Grundsatz, oder nennen wir ihn auch Leitgedanke, der schon von den Ärzten in den 1990er Jahren besungen worden ist - Männer sind Schweine! Davon gehen wir Frauen mal aus, prinzipiell.

Deswegen bleiben wir Frauen höchstwahrscheinlich bei den Männern hängen, die wider Erwarten keine Schweine sind. Die anrufen und sich melden. Die bei uns bleiben, uns sagen, dass sie uns lieb haben, trotz unserer Fehler und die sehen, dass sie einfach eine wunderbare Frau an ihrer Seite haben und jeden Tag dafür dankbar sind. Das sind die Männer, die wir Frauen wollen. 
Für uns Frauen sind die bad boys das, was "unabhängige und selbstbewusste Frauen" für Männer sind - äußerst anziehend! Aber tief in unserem Inneren wissen wir, dass wir mit den bad boys nicht glücklich werden ... und wenn wir es nicht tief in unserem Inneren wissen, dann haben wir zumindest einmal in unserem Leben eine Erfahrung mit einem bad boy gemacht ;) 

An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei Charlotte Bronte bedanken, die mit Jane Eyre uns Frauen die "Hoffnung" mitgegeben hat, dass hinter jedem bad boy ein einsamer, trauriger Mann steht, Herr Rochester natürlich, der nur die richtige Frau braucht, in die er sich verliebt und durch diese reine Liebe zu einem komplett neuen Menschen wird. Herzallerliebst!







Mittwoch, 27. November 2013

Mysterium Mann - was tun, wenn er sich "entliebt" hat?

Liebe Alle,

lang ist es her, seitdem ich das letzte Mal geschrieben habe, aber irgendwie ist mir nach der langen, doch intensiven Beschäftigung mit dem anderen Geschlecht kurzfristig die Lust darauf vergangen, noch weiter in das Mysterium "Mann" einzutauchen. Und ein Mysterium sind sie für mich ...

Ist man Single, findet man dieses Mysterium spannend, ein Rätsel, dass es zu lösen gilt. In der berühmten "Kennenlernphase" wird jede Geste, jedes Wort von ihm analysiert und auf die Waagschale gelegt, bedeutungslosem wird zu viel und bedeutungsvollen zu wenig hineininterpretiert. Gott, ich liebe diese Zeit! Selten lebt man so intensiv wie in einer Phase der ganz Frischverliebtheit, man schlägt sich Nächte um die Ohren, nur damit man bei IHM ist, vergisst auf Termine und Arbeit am nächsten Tag, um bei IHM zu sein, nimmt eine h Schlaf in Kauf, um bei IHM zu sein, vergisst auf Freunde und Familie, um bei IHM zu sein. Es ist wie eine Krankheit, ein Virus, von dem es keine Heilung gibt, außer bei IHM zu sein.
Jedoch wie jede Krankheit endet auch diese früher oder später und man erwacht aus dem Liebeskoma. Jetzt wird’s ernst, glüht die "Liebesflamme" weiter, wird sie vielleicht sogar immer größer und heller und beide können sich beständig daran wärmen? Oder erlischt sie und es bleibt nichts anderes zurück als ein paar kühle Rauchschwaden voller enttäuschter Erwartungen?
An dieser Stelle wäre es angebracht von mir, DAS Rezept gegen eine erloschene Glut anzubringen ... oder besser gegen, dass es überhaupt so weit kommt, dass die Glut erlischt, aber ich habe keines!

Gerade als Frau passiert es mir immer wieder, dass ich zu Beginn einer neuen Liebe eher skeptisch bin und mich eher bedeckt halte, wie viel mir an meinem Gegenüber liegt. Reiner Selbstschutz, immerhin will ich nicht immer viele Gefühle investieren und dann steh ich allein mit gebrochenen Herzen da. Zeigt mein Gegenüber aber über mehrere Wochen hinweg konstantes Interesse, werde auch ich lockerer .. und zeige meine Gefühle deutlicher. Bis irgendwann BUMM .. alles von seiner Seite abkühlt. Kennt ihr das? Anscheinend ist das ein Problem, dass mehrere Frauen haben .. denn ich habe jetzt innerhalb von zwei Wochen zwei Mails von Christian Sander dazu bekommen -
"3 Tipps wenn er sich distanziert" oder "Was, wenn er sich "entliebt" hat?"
Ein interessanter Gedanke .. die Geheimwaffe in der Hand zu haben, wenn der Mann laut Christan Sander sagt "Ich bin noch nicht bereit für eine Beziehung" (ganz ehrlich, ich habe schon einige Männer gedatet bzw. kurzfristige Liebschaften gehabt, aber diesen Satz hab ich mein ganzes Leben lang noch nicht gehört ... für mich klingt der so nach Hollywood, etwas überzogen und dramatisch - wenn es tatsächlich eine Frau gibt, die den Satz gehört hat -> die will ich kennen lernen!)
Also was ist die Geheimwaffe, die einen Mann bei der Stange hält?

Dem Mann zu zeigen, dass man unabhängig ist, selbstständig ist und keinen Mann zum Überleben braucht, dass frau dem Mann ziehen lassen muss, um seine Kämpfernatur anzufeuern, damit er wieder zurückkommt ....
Dasselbe Konzept soll auch bei Single Frauen funktionieren, damit sie überhaupt erst einen Mann anziehen.


Ist das also die Lösung? Unabhängig, selbstständig, authentisch? Zu beweisen, dass man ohne Mann leben kann?
Also: Die Wahrheit ist .. Herr Sander mag vielleicht die Männer verstehen, aber er versteht definitiv die Frauen nicht.
Natürlich können wir Frauen ohne Männer leben! Sie sind nicht unser Sauerstoff, ohne den keine Existenz möglich wäre. Frauen sind das stärkere Geschlecht, wir sind sowieso unabhängig und selbstständig, wir umgeben uns mit Männer nicht weil wir sie BRAUCHEN sondern weil es einfach schöner ist, Dinge zu zweit zu teilen. Frauen wollen privat nicht spielen (naja, zumindest nicht auf Dauer), sondern zur Ruhe kommen. Jemanden haben, der für sie da ist, ohne dauernd Regel zu befolgen oder "Tricks" anzuwenden, um jemanden zu halten. Beziehungen sollen nicht mühsam und einseitig sein .. und vor allem soll sich nicht immer die Frau Gedanken darum machen müssen, was sie tun muss, damit der Mann bleibt. Frauen sind einfach wunderbar -> und eines ist sicher, es gibt mehr Single Männer als Single Frauen.

Also mein Rezept ist: Nicht verzweifeln, wenn der Mann sich distanziert oder nicht mehr mag. Er war einfach nicht der Richtige und ich will mir meinen naiven Glauben behalten, dass mit dem richtigen Mann viele Dinge, die davor so schwierig gewirkt haben, plötzlich ganz einfach sind. Und das Gute daran ist, ich habe einige befreundete Paare als Beispiel dafür in meinem Umfeld.


:)

Sonntag, 1. September 2013

Dating Seiten für Frauen, Top oder Flop?

Zurück aus dem Urlaub - gleich mit einem Thema, das mich im Sommer etwas beschäftigt hat

Dating Seiten! :)

Vorteile, Nachteile? Gibt es gute Dating Seiten? Und die alles andere in den Schatten stellende Frage - ist es möglich, online den Traummann  zu finden?
Gleich mal vorneweg, verabschiedet euch von der Vorstellung eines Traummannes, denn wie der Name schon sagt, ein Traummann existiert nur im Traum. Mit der Realität hat er nichts gemein. Der Begriff ist veraltet, irreführend und ich finde, er gehört aus dem Vokabular einer jeden Frau restlos gestrichen.
Als Ersatz würde ich Lebenspartner empfehlen, den das ist es, was Frau sucht, einen Partner, der mit ihr durchs Leben geht, sie hält, unterstützt und sie auch fliegen lässt.

Also, sind Dating Seiten dazu geeignet, einen Lebenspartner zu finden?
Ich denke, ja durchaus. Schockiert? Ich hoffe! Lasst euch von der alten vorurteilsbehafteten Vorstellung, nur Idioten finden online ihr Liebesglück, nicht abhalten, ganz im Gegenteil, lacht den Menschen, die das denken offen ins Gesicht und erzählt ihnen von den lustigen Erfahrungen und Abenden, die ihr hattet. Von den interessanten und stumpfsinnigen (ja, die gibt es!) Männern, die ihr getroffen habt und vor allem - genießt das Gefühl, dass jedes Date DER Lebenspartner sein könnte, (wenn ihr es wollt).

Das Gute an Dating Seiten ist, dass man sich schon vorher unterhält und den Gegenüber damit kennenlernt, damit sind sie mir lieber als die Verkupplungstreffen, die Freunde organisieren! Oft hat man bereits nach ein paar Mails das Gefühl "nöööö, der passt nicht so recht", dann kann man sich getrost auf die Suche nach jemandem Neuen machen oder es passt auch nach ein paar Mails, idealerweise gepaart mit dem Wunsch, den anderen auch persönlich zu treffen. Jackpot! Einem Treffen steht nichts im Wege und wie derjenige dann live wirkt, ist immer die größte Überraschung (meiner Erfahrung nach - die Fotos sind IMMER besser, als das Original).
Wichtig ist auch, dass heute alle mögliche Menschen auf Dating Seiten zu finden sind, ein heimliches verschämtes Einschreiben und Treffen war gestern. Dating Seiten sind IN - wurde auch Zeit, sie aus der verstaubten Schublade rauszuholen!  - und dementsprechend coole interessante Männer kann man treffen.


Die ersten Dates sind immer schwierig, ich wollte mich nie sofort treffen, hab lieber geschrieben. Aber das vergeht und nach ein paar stattgefundenen Treffen, wurde es für mich auch immer wichtiger, den Menschen, mit dem ich  mich davor online oder telefonisch unterhalten habe, möglichst rasch zu treffen. Grund? Nennen wir es Fehlerquote. Kommuniziert man nur per Mail, kreiert man zuviel "Hirngespinste", die imaginierte Person hat mit der realen Person dann nichts mehr gemein. Rasches Treffen beugt dem vor, man erhält bald mal die nötige Portion Realität.

Bleibt die Frage, welche Dating Seiten sind zu empfehlen? Hinweis: Die folgenden Seiten sind die, die ich persönlich getestet habe. Natürlich existieren viele viele mehr - für Tipps bin ich jederzeit dankbar ;)

Meine persönliche Erfahrung beschränken sich auf die gratis Seiten Websingles, Badoo oder OkCupid. Warum? Von einer Freundin, die auf Parship gemeldet ist, weiß ich, dass einige Männer, die auf Parship unterwegs sind, auch auf den Gratisseiten zufinden sind, zB haben wir  beide denselben Mann gedatet (und nichts davon gewusst!), sie über Parship, ich über Websingles. Als wir nachher per Zufall darauf gekommen sind, war es insofern witzig, dass wir ihn beide für einen Vollpfosten hielten. Er war einer der Sorte, die vor dem Treffen darauf bestehen, keine Beziehung zu suchen und nach dem Treffen jedoch bereits das ganze nächste Jahr als WIR verplanen und dann sauer sind, dass man mit dem Tempo nicht mithalten will/kann.

Und - Elitepartner mit ihren Konzept finde ich schlichtweg abstoßend.

Fazit (die Kurzfassung):

Badoo hab ich sehr amüsant gefunden, unkompliziert und direkt. Ich habe dort sowohl Männer getroffen, die eine längerfristige Bindung wollten, als auch welche, die eher das kurzfristige Vergnügen im Kopf haben. Frau kann dann selber entscheiden, wen sie trifft oder lieber blockiert.
Websingles. Meine Empfehlung: Um Websingles sollte jeder einen großen Bogen machen. War es früher mal eine gute Seite (gut im Sinne von beliebt, etc), tummeln sich heute dort eher die Leute, mit denen Frau keine Partnerschaft eingehen möchte. Sollte sich jemand auf den Schlipps getreten fühlen .. sorry .. und bitte schnell eine andere Dating Seite nehmen.
OkCupid. Mädels, mein Favorit. Einerseits sind die Männer dort durch die Bank zehn Punkte hübscher als auf anderen Dating-Seiten und haben andererseits auch oft mehr Niveau im Sinne von Bildung, etc. (ohne arrogant wirken zu wollen, aber mir ist es wichtig, mit einem Mann auch reden zu können, ein hübsches Gesicht reicht mir nicht.) Auf Okcupid wird Englisch gesprochen, wer sich damit schwer tut, kann auch auf Deutsch schreiben, die Chancen, jemanden kennenzulernen, sind allerdings geringer. Frau trifft dort Männer auf der ganzen Welt (wenn sie das möchte), aber auch viele locals. Meine OkCupid Dates waren bisdato die besten, unterhaltsamsten und auch "nachhaltigsten".

Mein Rat: Heute noch registrieren und daten! Und als kleiner Ansporn noch ein Link über die Sprüche, die Singles von anderen nicht mehr hören können  :)
http://www.buzzfeed.com/ashleyperez/24-things-single-people-are-tired-of-hearing

Donnerstag, 1. August 2013

To be single, to be alone?

Hallo an alle

Heute möcht ich mal über das Singledasein schreiben, über die Art und Weise, wie mann/frau damit leben SOLL und wie mann/frau tatsächlich lebt.

Leben SOLL. Als Single hat man es nicht leicht, finde ich, nicht weil ich so arm bin und jeden Abend traurig ins Bett gehe, vielleicht wein ich noch heimlich in mein Kissen und fühle mich ungeliebt. Nein, aber es passiert mir nicht selten, dass das Leute über mich denken. Das wertende "Ach, du bist Single?" gefolgt von zumindest einen mitleidigen Blick, wenn nicht sogar einen leichten mitfühlenden Seufzer ist mir nicht fremd, nein es passiert eigentlich häufiger als man glaubt und definitiv häufiger, als mir lieb ist. Es nervt mich. Ich mag kein Mitleid bekommen, Mitleid empfindet Mensch nur, wenn er sich selber als mehr wert empfindet, oder höhergestellt, oder sich besser dran glaubt.

Sind Paare mehr wert, weil sie zu zweit durchs Leben gehen? Oder weil sie unserer Vorstellung vom Bilderbuchleben mehr entsprechen? Die Gesellschafts machts, die Gesellschaft lässt Paare hochleben, die Gesellschaft suggeriert uns, nur zu zweit ist man glücklich, nur zu zweit kann man wahre Erfüllung im Leben finden. Im Prinzip müsste ich mich als Single dauernd minderwertig fühlen, weil "Das Paar" gefolgt von "Die Familie" einfach die Idealvorstellung ist.

Aber ich tue es nicht.
Und der Grund ist der, dass ich zwar die Idealvorstellung von Paar/Familie kenne und auch die Versuche sehe, diese Vorstellung unter das Volk zuz bekommen (danke Parship für all die tollen Werbungen) aber - ganz ehrlich - die Wirklichkeit sieht anders aus.
Die Stadt wird zur Singlezone. Singlewohnungen oder WG's boomen, Scheidungsraten steigen und Eheschließungen gehen zurück oder werden nach hinten verschoben. Ich kenne nur eine oder zwei Beziehungen, die ich als Außenstehender als intakt empfinde, der Rest? Betrug, Affären, Streitereien, etc. , von Harmonie keine Spur. Die meisten Singles, die ich kenne, sich meist wirlich zufrieden mit dem, was sie haben und tun, sind aktiver und spontaner. Bei meinen Freundinnen, die einen Partner haben, bin ich halt meist der Lückenbüßer, die Person, die angerufen wird, wenn der Partner nicht kann, ausfällt oder es zuvor Streit gab. Es stört mich nicht großartig, weil ich meist spontan Zeit habe, aber die Denkweise, die dahinter steht, sagt mir dennoch nicht wirklich zu, nämlich das angedeutete "Ich bin gut genug, wenn der Partner nicht kann."

Also, lange Rede kurzer Sinn, liebe Pärchen, hört gut zu:

Ich bin Single und fühle mich fabelhaft. Ich bin glücklich, mit meiner Zeit anfangen zu können, was ich will und auf niemanden Rücksicht nehmen zu müssen. Ich liebe es, neue Leute kennen zu lernen und Männer dabei auf ihr Partnerpotential zu testen. Die meisten sind ja wahrlich kein boyfriend material, aber nichtsdestotrotz amüsant. Ich vögle nicht wie wild durch die Gegend, nein, gar nicht (es ist ja erwiesen, dass Paare öfters Sex haben). Das alte Schema, Was mann/frau darf, ist nicht mehr so interessant, nur das Verbotene reizt, wirkt auch hier.

Ich bin nicht auf der Suche nach einem Partner, und das freiwillig! Soll nicht heißen, dass ich das für den Rest meines Lebens so halten möchte, aber wenn ich mich wieder binden sollte, dann soll der einfach passen. Also, bitte kein Mitleid mehr.

Und .. vielleicht brauchen Paare deswegen das Wirgefühl so doll, weil sie in ihrer Art eine aussterbende Gattung sind. Wer weiß, wie hoch die Singlequoten in Zukunft noch steigen und dann kommt vielleicht einmal eine Zeit, in der Singles alle Paare bemitleiden?
:)


Sonntag, 21. Juli 2013

Das Kreuz mit der Evolution

Liest man über Beziehungen, bekommt man sie automatisch auf dem Silbertablett präsentiert: Die Evolution und was wir ihr verdanken oder eben zuschreiben dürfen. (Dank ist hier meines Erachtens der falsche Ausdruck, Danke wofür? Dafür dass mein Mann seinen Jagdtrieb ausleben darf und mit guten Gewissen ausgestellten Beinen in zu kurzen Röcken nachsehen darf? Nein, da bin ich doch kein Fan davon!)
Männer sind Jäger, Frauen bewachen das Feuer, dieses Grundprinzip ist immer noch vorherrschend und wird auch heute noch gerne für Erklärungen verwendet.
Ich kann diese Theorie nicht mehr hören, kann ihr gar nichts abgewinnen! Ganz im Gegenteil bietet es den Männern quasi den Freibrief, alles zu jagen und zu vögeln was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Es heißt immer, der Mensch entwickelt sich weiter und in vielen vielen Dingen tun wir das auch laufend –warum sollten wir gerade im Sozialen immer noch auf Steinzeitniveau sein? Das ergibt für mich keinen Sinn und ich sage jetzt mal offen, ich kenne auch Männer, die nicht ‚triebgesteuert’ sind und die Frau an ihrer Seite lieben und als Familienmenschen regelrecht aufblühen.

Männer, die das Steinzeitdenken noch praktizieren, tun es, weil sie sozial darauf getrimmt werden. Ist es nicht so, dass gerade mit der Theorie, dass der Mann von Natur aus nicht für eine Frau bestimmt ist und sich evolutionstechnisch dauernd vermehren muss, sich der Mann sich dazu berufen fühlt, eine Frau nach der anderen zu haben? Es ist seine Legitimation, sein Freibrief, für jedes ungebührliche Verhalten (wenn ich das mal so nennen darf), dass er an den Tag legt. Es ist für mich kein Steinzeitverhalten, wenn der Mann seinen Jagdtrieb nachgeht, ganz im Gegenteil modernes, ja sogar postmodernes Paarungsverhalten, durch Medien verbreitet und festgezimmert. Mann kommt da nicht mehr raus.

Auch wir Frauen sind in diesem Schema drinnen, Jäger sind Anführer und somit stark. Sicher haben sie die meiste Potenz. Wir Frauen wollen so jemanden, ist ja ganz klar, wer will schon den Loser-Daddy wenn Big King da ist? Beide Verhalten sind sozial antrainiert, ein sozialer Diskurs, den wir Menschen nur zu gerne mitmachen, weil es ein Erklärungsmodell für das Konzept der Liebe biete, das niemand so recht durchschauen will und auch die großen Denker sich kaum daran versucht haben.